Home
Neues
Lyrik
Lyrik v. Gastautoren
Prosa v. Gastautoren
Prosa
Regenküsse
alte Mann und d.Lied
Irgendwo ist alles
Der Gott, der Harley
Das verlorene Segel
dein Herz sehen
Suppe,Brot oder K.
Eine Nacht
sowie du mich liebst
Hunger
Laternenmann
Alles kommt anders
Nimm den Hut ab
Meerliebe
Die Wölfin
Nirgendwo der Liebe
Der Weise
ein gefundener Brief
Lebenssterne
Das Unfassbare
Winterglück
Ollo
Schneeherz
Pfeil trifft Herz
Nacht weissen Wölfe
81 Jahre
Waagschale Leben
Wenn Fische erstick.
Sena und d.Fluss
Spiegel d.Lebens
über den Dächern
Reise deines Atems
Für Kinder
Malerei
Grafik
Dies und Das
Weltraum
Fotografie
Gästebuch
Interessante Links
Kontakt
über mich
neue Kunst


Ollo

Draussen war es Sommer. Das Getreidefeld sah saftig und fröhlich aus in seinem Gelb. Eine Katze sprang am Rand des Feldes hervor und huschte durch ein kleines Loch im Zaun in den Garten des alten Bauern Hannes. Ein kleines Schälchen mit Milch stand immer für sie da. Und oft genug schlief Hannes unter dem alten Kastanienbaum auf der Holzbank ein. Zutraulich stellte die Katze sich etwas schräg an Hannes Beine und fing an zu schnurren und sich zu räkeln. Schliesslich
machte sie einen Satz und legte sich auf die Bank. Aber zuvor drehte sie sich noch zweimal hin und her.Der alte Bauer merkte davon nichts. Sein Schlaf war tief und fest. Nur machmal, wenn das alte morsche und offene Fenster gegen die Mauer schlug, vom Sommerwind getrieben, öffnete er kurz seine Augen und schlief wieder ein.
Maro ging über die alte Landstrasse. Der Sommerwind wirbelte ihr sanft durchs Haar und verschaffte etwas Abkühlung. Sie ging hinüber zum Gestüt und besah sich die Pferde.Ollo und Maus waren in den Boxen. Denn Ollo war schon sehr alt und verlebte hier sein Gnadenbrot und Maus brauchte mit ihrem Fohlen Schutz vor der senkenden Sonne.
Neben Ollo, dem Ältesten von 12 prachtvollen Pferden hatte Maus mit ihrem Fohlen ihre Box. Die Luft im Gestüt war trocken und heiss an jenem Sommertag. Fast unmöglich selbst hier Erfrischung zu schaffen. Maro hatte einen Sommerhut an und Ollo liebte es ihn ihr vom Kopf zu nehmen. Dabei schien er frech zu grinsen, zumindest verzog er seinen Unterkiefer nach links. So sah es immer aus für Maro, als wenn er sich lustig über sie macht.

Sie legte sanft ihre Arme um Ollos Hals und streichelte ihm über seine braune Mähne. Ollo, noch immer den Hut im Maul, genoss es ganz und gar bevor er mit einem leichten Schwung den Hut in Mausis Box warf. Na so ein Schlawiner,dachte Maro. Immer noch der Alte. Sie wusste genau warum er das tat. Er wollte Mausi und dem Fohlen ebenso dieses Vergnügen verschaffen gestreichelt zu werden.
Der Abend zog sich nun herüber. Es wurde etwas kühler. Maro sass immer noch mal in der einen mal in der andern Box und bemerkte gar nicht wie die Zeit verging und schlief schliesslich in Ollos Box ein.
Als sie am Morgen erwachte lag ihr Kopf an Ollos Kopf. Und der alte Ollo war für immer eingeschlafen.Maro streichelte ihn sanft und wusste da er schon sehr viele Jahre gelebt hatte, dass es gut so war. Traurig aber doch erleichtert über den sanften Tod legte sie den Hut neben Ollo und küsste zum Abschied seine Stirn.

to Top of Page