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Trauerzypressentränen

 Im Sonnenschein,
der gerade hinter einer dunklen Regenwolke hervorbricht,
verstreut sich Regenbogenlicht aus einem Tropfen Wasser
um sich in meinem Auge zu sammeln.
Er zentriert sich und lenkt kurz all Aufmerksamkeit auf mich
bis er mein Auge bricht und der Strahl hundertmal
durch eine Träne wieder zerschmissen wird.


So ewig fühl ich mich,
aber meine Zweige sind dünn
und Blüten hab ich keine mehr.
Ich bin immerschwarz.


Tag und Jahr.
Ich stehe und warte,
ich hoffe und wanke.


Nicht Zeit und nicht Schlag,
und auch wenn der Wind dreht
verharre ich.
Ich bin ein Stein.


Aber so mancher Gedanke,
treffend wie ein Pfeil
dann steckend wie Athurs Schwert,
macht mich flüssig und dahinschmelzend:


Der Tag mag kommen, da werd ich dich wiedersehen.

(C) Iskariot,2008

 

 

 http://www.startblatt.net/redakteur/3238

 

Trauerzypressentränen

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