
(C) B.M.N.
Ablauf der Zeit
Das farbige Schwarz der Nacht in des Mondes Licht,
gemixt mit dem feuchtkalten Dunst der Bäume.
Bizarres Säuseln des Windes. Du verstehst es nicht?
Tropfen fallen leis‘ auf das Moos deiner Träume,
Spinnweben streicheln sanft dein Gesicht.
Du hüllst dich fröstelnd in das pelzige Schweigen
der flüsternden blauen Blätter. Vergebens!
Zwischen wiegenden Zweigen
gaukeln Episoden versäumten Lebens
Nachtfaltern gleich sich im wiegenden Reigen.
Wie die Bilder sich gleichen, der Ablauf der Zeit
wiederholt sich doch ständig, nichts bleibt leer.
Morgen ist Heute schon Vergangenheit,
und der Sommer fragt längst schon nicht mehr
nach frostigen Tagen der Weihnachtszeit.
Wo in der Frühe noch schimmerndes Grün geboren
ist am Abend das Silbergrau schon modern.
Die Fantasie hat längst schon die Unschuld verloren,
die Tage der fröhlichen Kindheit unendlich fern
und im Eis des erfolgreichen Lebens erfroren.
Magische Zahl
Alle Rätsel gelöst
nichts mehr gibt es noch zu erkunden,
alle Worte gesagt, nichts mehr
bleibt nun noch zu reden.
Wann
verstummte der Mund,
der einmal von Liebe gesprochen?
Wann
erstarrte die Hand,
die zärtlich den anderen berührte?
So sitzen sie da
und sehen aneinander vorbei
und zwischen ihnen
sitzen fünfundzwanzig Jahre !
(C) Horst Lux
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