| |  Eine Nacht
Die Nacht war heiss. Nur durch das geöffnete Fenster im Zimmer kam etwa Abkühlung. Wehte ein leichter Wind. Das Kerzenlicht flackerte und zauberte ihre Schatten an die Wand. Wie Scherenschnitte, nur viel grösser schuf das Licht der Kerze sie als sein Spiel an die Wand. Aber beide hatten keine Zeit sich diesen frischen Lüften und den Kerzenscherenschnitt hinzugeben. Das Ferienhaus hatte Ventilatoren in jedem Zimmer, aber es war ihnen egal. Es durchströmte ein angenehmer, lieblicher und süsser Duft die Räume, der noch gefördert wurde, durch die vielen Obstschalen in allen der Räume und der Duftkerzen im Bad.
Die fünf Zimmer waren in einem hellen Blau gehalten und alle räumlich sehr bequem. Das Haus gehörte einer guten Freundin von ihr, die hier abseits von der Stadt ihre Sommer verbrachte und an ihren Romanen schrieb. Sie konnte hier in aller Ruhe schreiben, mit Blick aufs Meer. Sie war die Einzige, die von ihrer Liebe wusste. Es blieb ihr auch keine Wahl,als es ihr zu sagen, denn sie hielt es nicht mehr aus, hielt diese ständigen Träume an ihn nicht mehr aus. Das Denken an seine Hände, seine Augen und seine Lippen. Niemals vorher hatte sie einen Mann so begehrt und solch ein inneres Zerreissen, solch eine Sehnsucht gespürt,wie bei ihm. Bei allem, was sie tat, war er da. Lagen seine Worte, seine weiche und doch männliche Stimme in ihr, die sie so sehr liebte. Nun waren sie hier, waren wie wild und ohne Gespür für alles ringsherum im Haus. Liessen sich fallen mitten im Zimmer. Seine braunen Augen passten zu seinem schon etwas grauem Haar an den Schläfen. Mit Mitte 40 sah er eigentlich noch viel jünger aus. Ihre schmale Gestalt schmiegte sich an ihn, zerschmolz mit ihm. Ihr dunkles Haar vermengte sich mit seinem Körper und ihre blauen Augen schloss sie um nur noch ihn zu spüren. Endlich. Sie spürte, wie er sie küsste, immer und immer wieder. Sein Gesicht berührte ihre zarte, weiche und helle Haut, die im Kerzenlicht zu leuchten schien. Sie rissen sich die Sachen gegenseitig herunter. Jede Sekunde war zu viel. jede weitere Sekunde des Wartens schien unerträglich. Es war keine Zeit sich ihre Liebe erneut zu gestehen. Nur heiss und innig geliebt hatten sie sich. Keiner von beiden wusste wie lange. Zeit war unwichtig. Sie hörte wie auch sein Atem immer schneller wurde, wie es ihn lechzte nach ihrem Körper, nach dem er ausgehungert war nach all dieser Zeit der Entbehrungen. Ihr Körper war voller Gänsehaut, voller Sehnsucht nach seinen Berührungen, voller Liebe und voller Aufschreie, denn nie, nie wieder durften sie sich nachher sehen und ihre Liebe zeigen. Sie würden wieder Fremde sein. Würden wieder das Gefühl des Aushungers nach dem anderen Körper spüren müssen. Doch diese..., diese eine Nacht gehörte ihnen. Wie zwei Wahnsinnige fielen sie übereinander her in den ersten Stunden. Alles war egal, da war nur die Leidenschaft, dieses Verbrennen. Dieser unersättliche Durst nach dem Duft der Haut, nach der Zärtlichkeit der Hände. Dieses eine Zimmer im Dachgeschoss, in dem sie sich liebten, hatte noch einmal einen besonderen Duft. Es roch nach Vanille. Und es roch nach dem süssen Duft der Verlockungen. Alles schien ihren Atem aufzunehmen. Es schien als alles sich vermischte mit dem Blau, dem Obst und dem Vanilleduft und zu einem Gemisch wurde von Einmaligkeit. Einer Einmaligkeit des Verbrennens, der Hitze und der Leidenschaft. Der Duft der Körper hing an ihr und an ihm und verschmolz mit dem Atem und glitt hinüber zu den Lippen, die sich über sie zogen. Ein Rausch der Düfte hindurchgeatmet durch ihre Liebe. Der Duft der Nacht, dieser Nacht, war so einmalig wie jede Bewegung ihrer Hände auf seiner Haut. Im Rausch der Sinne hatten sie sich verloren. Wild, lustvoll und leidenschaftlich. Später erst folgten alle Liebkosungen. Folgte die Zärtlichkeit. Nun erst sahen sie sich ganz so wie ein Mensch zur Welt kommt. Nun erst nahmen sie es wahr, was sie sahen. Tauchten ein in diese Welten des jeweils anderen und tauchten dabei so tief, wie noch nie in einer Liebe vorher. Denn diese Stunden würden alles sein, was ihnen bliebe. Nur nicht unnötig reden, nur nicht unnötig denken, nur lieben, lieben und nochmals lieben und all dies tun, wovon beide so lange geträumt hatten. Viele Nächte lagen sie wach. Dachten aneinander und sehnten sich. Sehnten sich nach der Erfüllung. Erfüllung, dachte sie. Sie küsste seine Hände, küsste seinen Körper. Ihre Hände spürten jedes einzelne Haar an ihm, schienen jeden Zentimeter seiner Haut zu berühren. Ihre Hände waren wie eine Glut, waren unersättlich nach ihm. Zärtlich glitt sie mit ihrem Haar über seinen Kopf. Seine Augen hatte er geschlossen. Ihre Brüste berührten dabei seinen Bauch. Langsam zog sie es über seinen Oberkörper, über seinen Bauch hinunter zu seiner Verletzlichkeit bis zu seinen Füssen. Zärtlich umspielte sie mit ihren Lippen seine Zehen, glitt mit der Zunge über seine Waden bis zu den Schenkeln und umspielte seinen Bauchnabel. Ihre Hände liebkosten seine Brust, streichelten zart seine Brustwarzen. Sein Körper schien losgelöst. Sie spürte, dass er es genoss. Sie zog den Duft seines Körpers in sich. Öffnete ihre Lippen und trank seine Perlen der Haut, legte ihren Körper an seinen und pustete sanft über sein Gesicht bis hinunter zu den Schenkeln. Seine linke Hand lag dabei auf ihren Rücken. Warme, weiche und doch kräftige Hände, die in seiner Lust ihren Rücken streichelten.
Jahre blieben ihnen nur flüchtige Begegnungen um ebenso flüchtige Worte zu wechseln. Niemals durfte sie jemand sehen. Sie würden seine Existenz riskieren. Alles, alles würde er verlieren, wenn herauskäme, dass sie sich lieben. Denn er besiegelte einst, dass er nie lieben dürfe. An jenem Tage als das Testament geöffnet wurde, musste er sich entscheiden. Liebe oder Geld. Damals kannte er keine Liebe, denn er wuchs ohne sie auf in einer kalten bürokratischen Familie. Sein Vater behandelte seine Frau wie eine Aussenseiterin und er konnte sich nicht entsinnen, je ein liebes Wort gehört zu haben. Hatte er sie je glücklich machen können?
Aber er, er der nun in diesem Haus mit ihr war, machte sie glücklich. Ja, er machte sie glücklich. Diese eine Nacht. Nur diese eine Nacht für eine ganze Liebe, für ein ganzes Leben ohne diese. Ohne Liebe im Leben. So wuchs er heran und lernte nichts als Verabscheuung und Kälte dem Leben und der Liebe gegenüber und im Gegenteil dazu die Gier nach Geld. Damals willigte er ein und wollte seinem Vater folgen. Bald darauf starb auch seine Mutter, die einen Detektiv beauftragt hatte, Zeit seines Lebens danach zu trachten, dass er, der Sohn ,sein Wort hielt. Nichts sollte zählen als das Geld, als die Firma .Sollte er sein Wort brechen sollte er ausgestossen werden aus allem. Liebe zerstört den Charakter, sagte einmal seine Mutter. "Du wirst weich, schamlos und verlierst deinen Verstand!" Und dann eines Tages da stand unter seinem Bürofenster - sie. Diese Frau, die ihn seitdem nicht mehr losliess. Die so auf ihn wirkte und er wusste nicht einmal warum. Die er verfolgte durch die Stadt, nur um ihr Gesicht zu sehen, deren Gang er einsog wie einen Duft einer Blume. Manchmal verfluchte er sich auch, weil er gerade da auf die Strasse blicken musste, als sie da stand oder vorüberlief. Er verfluchte sich, weil er ihr nicht standhalten konnte. Verwünschte sich, weil er immer mehr und tiefer spürte, dass er sich in diese Unbekannte verliebt hatte, die jeden Morgen an ihm vorüber ging hinüber in ihr Stoffgeschäft. Er versuchte ihren Duft einzufangen. Ihr Parfüm. Kannte ihre Vorlieben für die Kleidung, prägte sich alle ihre Gesichtszüge ein, ihre Handbewegungen. Ihr Geschäft, es lag nur ein paar Strassen weiter und neben einem kleinen Marktbrunnen. Manchmal sass sie auch am Rand eines alten Brunnens und ihr Haar lag schimmernd vor dem Wasser. Wenn sie lächelte versank er ganz darin und wenn sie ein Buch mitgebracht hatte, dann sah er wie sie ihre Stirn verzog oder lachte und sie dann verlegen schnell aufblickte, um zu schauen, wer sie dabei gesehen haben könnte. Er sass dann meist gegenüber im Café und ass ein Eis. Aber er schmeckte nicht das Eis. Es war ihm egal. Er schmeckte sie, begehrte sie und merkte oft nicht einmal, dass der Kellner den leeren Eisbecher forttrug. Im Winter sah er sie in der Teestube sitzen und setzte sich ein paar Tische weiter. So, dass er sie beobachten konnte. Und so vergingen Jahre.
In ihr Geschäft konnte er nicht gehen, denn er wollte nicht riskieren, dass sie ihn wiedererkannte. Doch er merkte, wie er sich immer mehr sehnte sie zu berühren, wie er versuchte, sich vorzustellen, wie es wäre könnte er sie küssen. Nur ein Kuss. Aber er wusste auch von den Worten seiner Mutter und dem Auftrag. Er wusste, es würde alles verloren sein und die Firma den Bach runter gehen, würde er sie aus der Hand geben. Schon einmal gelang es seinem Vater gerade noch so das Ruder herumzureissen, als seine Mutter seinem Vater drohte ihn zu verlassen wegen eines anderen Mannes. Sein Vater erlitt einen Herzinfarkt und war viele Wochen krank. Seine Mutter regelte alles so gut wie sie konnte. Aber da ihr Mann sie nie einbezog ins Geschäftsleben drohte alles zu versinken. Nur unter Mühe holte er die Firma dahin zurück, wo sie einmal stand. Doch wären seiner Mutters Einsätze vorher, als er noch im Krankenhaus lag, nicht gewesen,
wäre nichts mehr zu retten gewesen. Nur dadurch, dass sie beide ihr Notwendigstes gaben und der Vater sich schnell erholte wurde noch alles abgewendet. Damals schwor sich seine Mutter es für ihren Sohn einmal besser zu hinterlassen. Die Liebe verurteilte sie als Scharlatan und verbot jeglichen Umgang mit dem anderen Geschlecht. Statt dessen musste er beinah jeden Tag seinem Vater in der Firma helfen. Er hatte sich gefügt. Innerlich und äusserlich. Blieb stets distanziert auf Geschäftsreisen. Las anstatt dessen in seiner Freizeit, die beinah nie zu sein schien. Bis zu jenem Tag als sie unter seinem Fenster stand.
Doch dann eines Tages, stand sie auf in der Teestube und kam zu ihm herüber, denn längst hatte sie seine Blicke bemerkt, hatte sie überall gespürt. Längst hatte auch sie sich begonnen für ihn zu interessieren. Längst kam sie immer dann, wenn er kam. Sie wusste ja nicht, dass es andersherum genauso war. Doch sah sie ihn oft heimlich an, wenn sie las und er im Café sass. Betrachtete ihn heimlich, wenn er seinen Tee trank. Flüchtig sah sie seine Augen und sein weiches Gesicht und wie er seine Bestellung tat. Längst, spürte sie, dass da etwas war an ihm, dass sie anzog. Alle seine Bewegungen liessen sie nicht mehr los. Wie er den Eislöffel hielt, wie er träumte und herumblickte, wie er den Tee trank und irgendwo und irgendwas beoachtete.Manchmal meinte sie er würde sie beobachten und es geschah auch, dass seine Blicke die ihren trafen. Und eines Tages hielt sie es nicht mehr aus und setzte sich an seinen Tisch. Winter wie Sommer hatten sie sich gesehen, hatten sich gegenseitig beobachtet und hatten sich verliebt ohne, dass der andere jemals davon erfuhr. Nun aber konnte sie nicht mehr. Sie dachte nur noch an ihn. Zählte die Stunden bis zur Teestunde oder ihrer Lesestunde im Sommer. Winter wie Sommer durchlitt sie ihre Sehnsucht nach ihm und er nach ihr. Dieser eine Tag in der Teestube änderte alles, denn es brach aus beiden heraus ohne dass sie es eigentlich je preisgeben wollten. Sie starrten sich förmlich in die Augen und sprachen nichts. Kein Wort kam über ihre Lippen, nur Blicke. Blicke, die alles sagten. Er stand auf, fern von seinem Versprechen, und küsste sie. Mitten in der Teestube. Doch sogleich erschrak er furchtbar, legte dem Kellner einen Geldschein hin für beide und lief schnellen Schrittes hinaus,ohne irgend etwas zu sagen oder sie anzusehen. So begann alles, denn sie lief hinterher, getrieben von unendlicher Sehnsucht ihn zu küssen, ihn zu berühren und seine Stimme zu hören. Sie holte ihn ein und sah, dass er so wie sie nicht mehr weiter wusste. Er küsste sie. Küsste sie, so wie sie noch nie jemand geküsst hatte. Und sie erwiderte. Umarmte ihn so sehr. Keiner wusste vom anderen wer er war und so erzählten sie es sich. Aber er zog sie dabei unter einen Torbogen, wo sie keiner sehen konnte. "Wir dürfen uns nie wieder sehen. Wir werden zwei Fremde bleiben."
Und doch sahen sie sich. Immer und immer wieder. Küsse, viel Küsse unterm Torbogen, doch nie diese erfüllende körperliche Nähe. Tagtäglich trafen sie sich hier, immer in der Angst man könnte sie entdecken. Sie liebte ihn viel zu sehr, als dass sie ihn ganz verlieren würde. Als dass sie ihn bitten würde doch alles aufzugeben. Nein, sie nahm es hin und schwieg.
Aber beider Verlangen war stärker und so liebten sie sich in dem Haus. In diesem Haus ihrer Freundin. Eine Nacht wollten sie riskieren. Nur eine Nacht für ihre unsterbliche Liebe. Für die sie alles hinnahm und er alles aufs Spiel setzte.
Diese eine Nacht war jetzt. Sie spürte wie ihr Schweiss an seine Lippen wechselte. Seine Hände glitten über ihren Körper voller Glut und Begehren. Sie gab sich ganz ihren Empfindungen hin, schloss die Augen. Sein Haar strich über ihre Brüste, während seine Hände sie sanft umschlossen. Ihr Körper bäumte sich immer wieder auf. Er genoss es, wenn sie sich ganz hingab. Genoss es, wie sie reagierte auf seine Liebe, seine Lust zu ihr und wenn er spürte, dass seine Berührungen sie beinah verbrannten. Er sah ihren Schweiss, der ihren schmalen Körper überzog und so ihre Haut noch schöner werden liess.Diese Schweissperlen, die herunterperlten vermischten sich mit den seinen an den Stellen, wo er sich über sie beugte um sie zu liebkosen. Er schmeckte den Schweiss. Perlen von ihr. Perlen in den auch sie war und die durch ihre Liebe entstanden. Sie bäumte sich auf, immer und immer wieder. Er berührte sie an einer Stelle, die ihre Empfindungen steigerten. Sie wühlte ihre Hände ins Kissen oder durch ihre Haar vor lauter Lust. Sie krallte sich in seine Haut und wusste beinah nicht mehr weiter vor den Wellen des Glücks. Ja, dies alles spürte und merkte sie in all diesen Empfindungen wusste sie genau, was auch er empfand. Zu lange kannten sie einander und mussten doch Fremde bleiben.
Erfüllung. Alles brachte diese Nacht. Von der puren Lust, bis zum Wahnsinn bis zur unendlichen Zärtlichkeit.
Als der Morgen über seinem Gesicht lag und sie spürte, wie sehr sie ihn liebte, wurde ihr klar, dass immer etwas zwischen ihnen liegen würde. Ihr stand nicht zu ihm zu sagen, was er tun und lassen sollte. Diese eine Nacht ihrer Liebe war das Kostbarste in ihrem Leben. Er hatte es ihr geschenkt, jenes Gefühl einer unsterblichen und wahren Liebesnacht. So sollte es unzerstörbar bleiben. Denn sie liebte ihn mehr als er sie. Er liebte beides- Firma und sie.Und sie wollte nicht sein Leben zerstören mit ihrer Sehnsucht.
Als er erwachte, lag ein Zettel auf ihrem Kopfkissen. " Ich liebe dich, wie nichts anderes auf der Welt. Bitte suche mich nicht. Ich will dass Du glücklich bist und das wirst du nicht, so lange ich da bin. Ich fahre fort..."
Zum ersten Mal in seinem Leben war er zutiefst bestürzt. War er ratlos. Es sah ja niemand. Zum ersten Mal in seinem Leben spürte er,was wirklich Liebe heisst. Spürte er, wenn der Mensch, den man liebt nicht mehr da ist. Er rannte hinaus aus dem Haus, stürzte zu ihrem Geschäft. Es war ihm alles egal. Sollte ihn doch sehen wer wollte. Nur sie, nur sie liebte er. Aber das Geschäft war verschlossen. Er rannte zum Brunnen, aber sie war nicht da. Er lief zur Teestube, auch da war sie nicht. "Wo nur, wo bist du? Ich weiss nicht einmal, wo du wohnst, weiss nicht einmal wo ich dich finden kann." Verzweifelt beschloss er vor ihrem Geschäft zu warten. Egal wie lange. Aber sie kam nicht. Er versuchte später alles, sie zu finden. Hatte aber keinen Erfolg. Eines Tages war das Geschäft verkauft, aber die neuen Besitzer sagten ihm auch nichts.
Sie war nie vorher so unglücklich gewesen. All ihre Liebe hatte er bekommen. Das Geschäft hatte sie verkauft. Es würde sie ja doch nur erinnern an ihn und den Marktplatz und das vertrug sie nicht. Aber einmal, nur einmal musste sie ihn noch sehen, bevor sie nach dem Süden ging. Einmal, nur einmal noch sein Gesicht sehen. Sie beschloss sich in Tammis Bar zu stellen und nach ihm auf dem Marktplatz Ausschau zu halten. Doch er kam nicht. Und so flog sie ab ohne ihn noch einmal zu sehen.
Fünf Jahre vergingen. Doch nie vergass sie ihn. Konnte ihn nicht vergessen, denn anstatt die Liebe weniger wurde, wurde sie nur um so stärker. Sie beschloss in die Heimat zurückzukehren und ihn zu besuchen. Sie musste ihn sehen. Doch als sie ankam war die Firma verkauft. Nur dass er in den Süden wollte, konnte man ihr vermitteln. Aber es ginge ihm nicht so gut, sagte man. Die Leute sagten, dass er unendlich unter einer Liebe litt, die er nie wieder fand. (C) B.M.N |